{"id":3509,"date":"2018-11-20T13:55:45","date_gmt":"2018-11-20T13:55:45","guid":{"rendered":"http:\/\/berliner-leberring.de\/?p=3509"},"modified":"2019-01-15T13:45:18","modified_gmt":"2019-01-15T13:45:18","slug":"e-nummern-zusatzstoffe-in-lebensmitteln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/berliner-leberring.de\/en\/e-nummern-zusatzstoffe-in-lebensmitteln\/","title":{"rendered":"E-Nummern"},"content":{"rendered":"<h1>Sind Zusatzstoffe in Lebensmitteln ungesund?<\/h1>\n<figure id=\"attachment_3541\" aria-describedby=\"caption-attachment-3541\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/berliner-leberring.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/carissa-gan-76304-unsplash.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-3541\" src=\"http:\/\/berliner-leberring.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/carissa-gan-76304-unsplash-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/berliner-leberring.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/carissa-gan-76304-unsplash-300x200.jpg 300w, https:\/\/berliner-leberring.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/carissa-gan-76304-unsplash-768x512.jpg 768w, https:\/\/berliner-leberring.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/carissa-gan-76304-unsplash-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/berliner-leberring.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/carissa-gan-76304-unsplash-600x400.jpg 600w, https:\/\/berliner-leberring.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/carissa-gan-76304-unsplash-1320x880.jpg 1320w, https:\/\/berliner-leberring.de\/wp-content\/uploads\/2019\/01\/carissa-gan-76304-unsplash.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3541\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Carissa Gan \/ Unsplash<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auf Lebensmittelverpackungen m\u00fcssen alle Inhaltsstoffe aufgelistet werden, dabei finden sich zwischen allgemeinverst\u00e4ndlichen Angaben wie bestimmte Mehl-, Obst- oder Gem\u00fcsesorten h\u00e4ufig auch sogenannte E-Nummern. Diese sind standardisierte Bezeichnungen f\u00fcr spezielle Zusatzstoffe. Zusatzstoffe werden Lebensmitteln zugesetzt, um\u00a0 bestimmte Eigenschaften des Lebensmittels zu ver\u00e4ndern, es zum Beispiel l\u00e4nger haltbar zu machen, ihm eine andere Konsistenz, eine appetitliche Farbe oder einen intensiveren Geschmack zu geben.<\/p>\n<h2>Schon im Mittelalter wurden Zusatzstoffe benutzt<\/h2>\n<p>\u201eZusatzstoffe sind keine Erfindung der Neuzeit\u201c, betont Ern\u00e4hrungsexpertin Vera Spellerberg in ihrem Vortrag beim <em>Berliner Leberring e.V.<\/em>. Schon im Mittelalter hat man bei der Verarbeitung von Lebensmitteln Zusatzstoffe benutzt, zum Beispiel Pottasche zum Backen oder Karamell zum Br\u00e4unen. Lebensmittel wurden getrocknet, ger\u00e4uchert, gesalzen, gep\u00f6kelt oder gezuckert, um sie haltbar zu machen. Die Hilfsstoffe von damals werden auch heute noch verwendet, allerdings findet man sie jetzt in der Zutatenliste unter ihren chemischen Bezeichnungen oder E-Nummern.<\/p>\n<p>\u201eZusatzstoffe erm\u00f6glichen die Lebensmittelvielfalt, die wir heute haben\u201c, sagt Vera Spellerberg. Sie nennt einige Zahlen: Mehr als 150.000 Produkte sind\u00a0 heute zugelassen, etwa 40 bis 50 neue Lebensmittel kommen monatlich auf den Markt. In einem durchschnittlichen Supermarkt hat man die Auswahl unter bis zu 4000 Lebensmitteln.<\/p>\n<p>\u201eIn tierischen Lebensmitteln k\u00f6nnen sich hochgef\u00e4hrliche Keime entwickeln\u201c, so Vera Spellerberg. Daher findet man bei Fleisch im K\u00fchlregal h\u00e4ufig die Angabe \u201eunter Schutzatmosph\u00e4re verpackt\u201c. \u201eDas bedeutet, das Fleisch wurde mit Schutzgasen behandelt, damit es l\u00e4nger haltbar ist\u201c, erl\u00e4utert die Expertin. Sie gibt weitere Beispiele f\u00fcr h\u00e4ufig verwendete Zusatzstoffe: Betacarotin sch\u00fctzt Butter vor dem Ranzigwerden. Glutamat, das von Natur aus zum Beispiel in Tomaten, Auberginen und bestimmten K\u00e4sesorten enthalten ist, verst\u00e4rkt den Geschmack und wirkt appetitf\u00f6rdernd. Findet sich auf der Zutatenliste Hefeextrakt, verbirgt sich dahinter ebenfalls Glutamat.<\/p>\n<h2>Zusatzstoffe m\u00fcssen immer deklariert werden<\/h2>\n<p>\u201e316 Zusatzstoffe sind zurzeit zugelassen\u201c, sagt Vera Spellerberg. Zusatzstoffe m\u00fcssen immer deklariert werden, bei verpackten Lebensmitteln auf dem Etikett, im Restaurant in der Speisekarte, im Imbiss auf einem Schild an der Wand, an der Frischetheke mit einem Schild.<\/p>\n<p>Ein Zusatzstoff wird nur zugelassen, wenn er gesundheitlich unbedenklich ist, notwendig f\u00fcr die Herstellung eines Lebensmittels und nicht der Verbrauchert\u00e4uschung dient. Ein Kriterium f\u00fcr die Zulassung ist auch, wie stark der Verbraucher ihm ausgesetzt w\u00e4re. \u201eEin Konservierungsstoff f\u00fcr echten Kaviar wird deshalb anders bewertet als ein S\u00fc\u00dfstoff f\u00fcr Limonade\u201c, erl\u00e4utert Expertin Sellerberg.<\/p>\n<h2>Zusatzstoffe: Bis zum ADI-Wert kein Risiko<\/h2>\n<p>Bei Untersuchungen an Zellkulturen und in Tierversuchen wird die vertretbare Verzehrsmenge festgelegt, der sogenannte ADI-Wert (Acceptable Daily Intake). Dieser gibt die durchschnittliche Menge eines Stoffes in Milligramm pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht an, die ein Mensch sein Leben lang\u00a0 t\u00e4glich ohne gesundheitliches Risiko verzehren kann, dabei sind auch Schwangere und Kranke ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Nur vom Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss \u00a0(SCF) und der Europ\u00e4ischen Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA) gepr\u00fcfte Zusatzstoffe erhalten eine Zulassung und damit auch eine E-Nummer. Das E steht f\u00fcr Europa beziehungsweise f\u00fcr edible\/essbar. Die E-Nummer gilt europaweit, aber auch in den USA, in Kanada und Australien.<\/p>\n<h2>Fertiggerichte enthalten viele Zusatzstoffe<\/h2>\n<p>\u201eWer selber kocht und \u00fcberwiegend naturbelassene Lebensmittel isst, nimmt durchschnittlich 5 Gramm Zusatzstoffe pro Tag auf\u201c, sagt Vera Spellerberg. \u201eWer regelm\u00e4\u00dfig Fertiggerichte und\u00a0 Dosensuppen verzehrt, kommt auf 20 Gramm.\u201c Besonders in kalorienarmen Light-Produkten sind viele Zusatzstoffe enthalten, wie zum Beispiel Verdickungsmittel und\u00a0 Konservierungsstoffe.<\/p>\n<p>Zusatzstoffe werden immer wieder mit Krankheiten in Verbindung gebracht. Vieles davon ist allerdings widerlegt.\u00a0 Vera Spellerberg nennt einige Punkte, auf die man achten sollte:<\/p>\n<p>Aus <strong>Nitraten und Nitriten<\/strong> (E-Nummern 249 bis 252), die Lebensmitteln zur Konservierung zugesetzt werden, k\u00f6nnen\u00a0 in Verbindung mit Aminos\u00e4uren <strong>Nitrosamine <\/strong>entstehen, die zu den stark krebserregenden Substanzen z\u00e4hlen. \u00a0\u201eDeshalb sollte man Kombinationen von Gep\u00f6keltem mit K\u00e4se wie Pizza mit Salami, Toast Hawai, Gratins mit Wurst oder Schinken nur selten oder gar nicht essen\u201c, so Vera Spellerberg.<\/p>\n<p><strong>Phosphate<\/strong> werden Lebensmitteln zu verschiedenen Zwecken zugesetzt, sie machen zum Beispiel (Schmelz-)K\u00e4se weich, sorgen f\u00fcr Schaum auf dem Fertig-Chappuccino, in Fleischprodukten binden sie Wasser und in Cola-Getr\u00e4nken sorgen sie f\u00fcr den Geschmack. Ein Zuviel an Phosphaten kann das Risiko f\u00fcr Herzinfarkt, Schlaganfall und Osteoporose erh\u00f6hen, besonders gef\u00e4hrdet sind Patienten mit Nierenerkrankungen. Die Europ\u00e4ische Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA) arbeitet deshalb zurzeit an einer Neubewertung von Phosphat-Zus\u00e4tzen in Lebensmitteln.<\/p>\n<p><strong>Aluminium und Aluminiumverbindungen<\/strong> (z. B. E 173, 520, 521, 523, 554-556) dienen unter anderem als Farbstoff, Stabilisatoren, F\u00fcllstoffe oder Backtriebmittel. Sie k\u00f6nnen in hoher Dosierung das Nervensystem, die Fruchtbarkeit und die Knochenentwicklung sch\u00e4digen.<\/p>\n<p>Aluminium kann auch aus der Verpackung in Lebensmittel gelangen. Deshalb warnen die Verbraucherzentralen: \u201eDurch stark s\u00e4ure- und salzhaltige Lebensmittel oder Kontakt mit anderen Metallen kann sich Aluminium aus der Folie l\u00f6sen und ins Lebensmittel \u00fcbergehen. Saures wie Apfelst\u00fccke, Zitronen, Essiggurken und Salziges wie Feta, Salzhering, Wurst und Schinken geh\u00f6ren nicht in Aluminiumfolie, weder zur Aufbewahrung noch zur Zubereitung. Metallische Servierplatten, Kocht\u00f6pfe und unbeschichtete Backbleche sollten nicht mit Aluminiumfolie abgedeckt werden. Saures und Salziges nicht in Aluminiumkochgeschirr zubereiten. Bei Aluminiumblechen im Backofen zumindest Backpapier verwenden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Beta-Carotin<\/strong> (E 160a) wird als Farbstoff eingesetzt, zum Beispiel in Limonaden und Bonbons. In hoher Dosierung kann es bei Rauchern das Risiko f\u00fcr Lungenkrebs und Herzerkrankungen erh\u00f6hen.<\/p>\n<p><strong>Zitronens\u00e4ure<\/strong> (E 330) wird als Antioxidationsmittel, S\u00e4uregulator und S\u00e4uerungsmittel zum Beispiel in S\u00fc\u00dfigkeiten und Limonaden eingesetzt. \u201eSie kann den Zahnschmelz sch\u00e4digen und bei regelm\u00e4\u00dfigem Verzehr Karies f\u00f6rdern\u201c, warnt Vera Spellerberg.<\/p>\n<h2>Zusatzstoffe k\u00f6nnen Pseudoallergie ausl\u00f6sen<\/h2>\n<p>Einige Zusatzstoffe k\u00f6nnen bei empfindlichen Menschen eine <strong>Pseudoallergie <\/strong>ausl\u00f6sen. Das hei\u00dft, die Betroffenen leiden unter den gleichen Symptomen wie bei einer Allergie, es k\u00f6nnen aber keine allergie-spezifischen Antik\u00f6rper im Blut nachgewiesen werden. H\u00e4ufig genannt wird in diesem Zusammenhang das China-Restaurant-Syndrom, eine Reaktion auf den Geschmacksverst\u00e4rker <strong>Mononatriumglutamat <\/strong>(E 621). Der Name entstand, weil Glutamat fr\u00fcher vor allem in asiatischen Gerichten verwendet wurde, heute wird es h\u00e4ufig in Fertigprodukten eingesetzt.<\/p>\n<p>Vera Spellerberg nennt weitere Zusatzstoffe, die Pseudoallergien ausl\u00f6sen k\u00f6nnen:<\/p>\n<p><strong>Schwefeldioxid<\/strong> und <strong>Sulfite <\/strong>(E 220 \u2013 E 228), werden als Antioxidationsmittel zum Beispiel in Trockenfr\u00fcchten, Kartoffelfertigprodukten, Sauerkonserven oder industriell hergestellten Fruchts\u00e4ften eingesetzt.<\/p>\n<p><strong>Sorbins\u00e4ure \u00a0<\/strong>(E 200 \u2013 E 203) ist ein Konservierungsstoff, der zum Beispiel in verpacktem Schnittbrot, K\u00e4se, Erfrischungsgetr\u00e4nken und Wurstoberfl\u00e4chen zu finden ist.<\/p>\n<p><strong>Benzoes\u00e4ure <\/strong>(E 210 \u2013 E213) wird als Konservierungsstoff zum Beispiel in Fischprodukten, Mayonnaisen, Marinaden, Salaten und Saucen verwendet.<\/p>\n<p>Ganz ohne Zusatzstoffe geht es nicht. Wer jedoch m\u00f6glichst wenig davon zu sich nehmen m\u00f6chte, greift am besten auf frische Lebensmittel zur\u00fcck, kocht viel selbst und studiert vor dem Kauf das Etikett. In Biolebensmitteln sind nur rund 50 Zusatzstoffe erlaubt, verboten sind zum Beispiel Geschmacksverst\u00e4rker, Farbstoffe und Stabilisatoren.<\/p>\n<h2>Informationen:<\/h2>\n<p>Mehr zu Zusatzstoffen in Biolebensmitteln findet man auf der Webseite <a href=\"https:\/\/www.oekolandbau.de\/verbraucher\/wissen\/fragen-und-antworten\/biolebensmittel\/zusatzstoffe-in-bio\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">oekolandbau.de<\/a><\/p>\n<p>Beim Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung gibt es Informationen zur <a href=\"https:\/\/www.bfr.bund.de\/de\/gesundheitliche_bewertung_von_zusatzstoffen-2275.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gesundheitlichen\u00a0 Bewertung von Zusatzstoffen<\/a><\/p>\n<p>Eine \u00dcbersicht \u00fcber Zusatzstoffe und E-Nummern gibt der <a href=\"https:\/\/www.bll.de\/de\/lebensmittel\/zusatzstoffe\/liste-lebensmittelzusatzstoffe-e-nummern\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bund f\u00fcr Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e.V.<\/a><\/p>\n<p>Informationen zu Zusatzstoffen beim <a href=\"https:\/\/www.bmel.de\/DE\/Ernaehrung\/SichereLebensmittel\/SpezielleLebensmittelUndZusaetze\/Zusatzstoffe\/_Texte\/Lebensmittelzusatzstoffe.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesministerium f\u00fcr\u00a0 Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sind Zusatzstoffe in Lebensmitteln ungesund? 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