{"id":3974,"date":"2020-08-11T13:37:41","date_gmt":"2020-08-11T13:37:41","guid":{"rendered":"http:\/\/berliner-leberring.de\/?p=3974"},"modified":"2020-08-11T15:05:46","modified_gmt":"2020-08-11T15:05:46","slug":"nicht-alkoholische-fettleber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/berliner-leberring.de\/en\/nicht-alkoholische-fettleber\/","title":{"rendered":"Nicht-alkoholische Fettleber"},"content":{"rendered":"<h1>Eiwei\u00dfreiche Di\u00e4t sch\u00fctzt vor Fettleber<\/h1>\n<p>Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung ist weltweit die h\u00e4ufigste chronische Lebererkrankung mit zum Teil lebensbedrohlichen Folgen. Eine eiwei\u00dfreiche, kalorienreduzierte Ern\u00e4hrung kann das sch\u00e4dliche Leberfett zum Schmelzen bringen \u2013 und zwar effektiver als eine eiwei\u00dfarme Kost. Welche molekularen und physiologischen Prozesse sich dahinter verbergen k\u00f6nnten, zeigt jetzt eine neue Studie.<\/p>\n<h3>Ursachen und Folgen einer nicht-alkoholischen Fettleber<\/h3>\n<p>Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung ist durch eine Fettansammlung in der Leber gekennzeichnet und geht oft mit \u00dcbergewicht, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselst\u00f6rungen einher. Unbehandelt kann die Fettleber zu einer Leberzirrhose mit lebensbedrohlichen Folgen f\u00fchren. Die Krankheitsursachen reichen von einem ungesunden Lebensstil mit einem Zuviel an sehr fetten und zuckerreichen Lebensmitteln und einem Mangel an Bewegung bis hin zu genetischen Komponenten. Bereits in fr\u00fcheren Studien konnte das Forschungsteam um PD Dr. Olga Ramich und Prof. Andreas Pfeiffer vom <a href=\"http:\/\/www.dife.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutschen Institut f\u00fcr Ern\u00e4hrungsforschung Potsdam-Rehbr\u00fccke (DIfE)<\/a> einen positiven Effekt der eiwei\u00dfreichen Di\u00e4t auf den Leberfettgehalt beobachten. \u201eDie neuen Ergebnisse geben uns nun tiefere Einblicke zur Wirkungsweise der eiwei\u00dfreichen Di\u00e4t\u201c, sagt Ramich, Leiterin der Forschungsgruppe Molekulare Ern\u00e4hrungsmedizin am DIfE.<\/p>\n<h3>Eiwei\u00dfreiche Di\u00e4t ist wirksamer als eiwei\u00dfarme Di\u00e4t<\/h3>\n<p>F\u00fcr die aktuelle Studie untersuchte das Forschungsteam um Ramich und Pfeiffer, wie der Eiwei\u00dfgehalt der Nahrung die Menge des Leberfetts von stark \u00fcbergewichtigen Menschen mit einer nicht-alkoholischen Fettleber beeinflusst. Daf\u00fcr erhielten die 19 Probandinnen und Probanden f\u00fcr drei Wochen entweder eine Di\u00e4t mit hohem oder niedrigem Proteingehalt. Anschlie\u00dfend wurden Operationen zur Behandlung des \u00dcbergewichts (bariatrische Chirurgie) durchgef\u00fchrt und Leberproben entnommen.<\/p>\n<p>Die Analysen der Proben ergaben, dass eine kalorienreduzierte Ern\u00e4hrung mit hohem Proteingehalt das Leberfett wirksamer reduzierte als eine kalorienreduzierte eiwei\u00dfarme Ern\u00e4hrung: W\u00e4hrend der Leberfettgehalt in der eiwei\u00dfreichen Gruppe um rund 40 Prozent sank, war die Fettmenge in den Leberproben der eiwei\u00dfarmen Gruppe unver\u00e4ndert. Die Studienteilnehmenden beider Gruppen verloren insgesamt rund f\u00fcnf Kilogramm Gewicht. \u201eSollten sich die Ergebnisse in gr\u00f6\u00dfer angelegten Studien weiterhin best\u00e4tigen, k\u00f6nnte die Empfehlung f\u00fcr eine erh\u00f6hte Aufnahme von Eiwei\u00df zusammen mit einer gesunden fettarmen Ern\u00e4hrung als Teil einer effektiven Fettleber-Therapie Einzug in die medizinische Praxis finden\u201c, sagt Andreas Pfeiffer, Leiter der Arbeitsgruppe Klinische Ern\u00e4hrung\/DZD am DIfE und der Klinik f\u00fcr Endokrinologie in der Charit\u00e9 \u2013 Universit\u00e4tsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin.<\/p>\n<h3>Eiwei\u00df hemmt die Fettaufnahme in der Leber<\/h3>\n<p>Die Forschenden gehen davon aus, dass der positive Effekt der eiwei\u00dfreichen Di\u00e4t haupts\u00e4chlich darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass die Fettaufnahme, -speicherung und<br \/>\n-synthese unterdr\u00fcckt wird. Darauf verweisen unter anderem umfangreiche Genanalysen der Leberproben, die Prof. Stephan Herzig zusammen mit seinem Team am Helmholtz Zentrum M\u00fcnchen durchgef\u00fchrt hat. Demnach waren zahlreiche Gene, die in der Leber f\u00fcr die Aufnahme, Speicherung und Synthese von Fett verantwortlich sind, nach der eiwei\u00dfreichen Ern\u00e4hrung weniger aktiv als nach der eiwei\u00dfarmen Kost.<\/p>\n<h3>Unerwartete Ergebnisse der Studie<\/h3>\n<p>Erg\u00e4nzend untersuchte die Forschungsgruppe von Olga Ramich zusammen mit der Abteilung Physiologie des Energiestoffwechsels auch die Funktionen der Mitochondrien, der &#8220;Kraftwerke&#8221; der Zellen. \u201eDie Aktivit\u00e4t der Mitochondrien war in beiden Gruppen sehr \u00e4hnlich. Das hat uns \u00fcberrascht. Wir sind urspr\u00fcnglich davon ausgegangen, dass die Mitochondrien-Aktivit\u00e4t durch die proteinreiche Di\u00e4t erh\u00f6ht wird und so zum Abbau des Leberfetts beitr\u00e4gt\u201c, erkl\u00e4rt Abteilungsleiterin Prof. Susanne Klaus.<\/p>\n<p>Unerwartet war f\u00fcr die Forschenden auch, dass der Blutspiegel des Botenstoffs Fibroblast Growth Factor 21 (FGF21) nach der leberfettreduzierenden eiwei\u00dfreichen Ern\u00e4hrung niedriger als nach der eiwei\u00dfarmen war. \u201eFGF21 ist daf\u00fcr bekannt, g\u00fcnstige Effekte auf die Stoffwechselregulation zu haben. Warum der Faktor bei der eigentlich positiv wirkenden eiwei\u00dfreichen Kost herabgesetzt war, m\u00fcssen weitere Untersuchungen zeigen\u201c, erkl\u00e4rt Ramich. Auch die Aktivit\u00e4t der Autophagie\u00a0 (Abbau und Umbau von Zellmaterial innerhalb der Zellen) war im Lebergewebe nach der eiwei\u00dfreichen Kost niedriger im Vergleich zur eiwei\u00dfarmen. \u201eDie fettabbauende Lipophagie scheint als besondere Form der Autophagie demnach nicht am Abbau des Leberfetts bei der eiwei\u00dfreichen Ern\u00e4hrung beteiligt zu sein.\u201c<\/p>\n<p>Im n\u00e4chsten Schritt m\u00f6chten Ramich und Pfeiffer die gewonnenen Hinweise weiterverfolgen und so neue Erkenntnisse zur Wirkungsweise gezielter Ern\u00e4hrungsstrategien gewinnen.<\/p>\n<h5>Publikation<\/h5>\n<h6>Xu, C., Markova, M., Seebeck, N., Loft, A., Hornemann, S., Gantert, T., Kabisch, S., Herz, K., Loske, J., Ost, M., Coleman, V., Klauschen, F., Rosenthal, A., Lange, V., Machann, J., Klaus, S., Grune, T., Herzig, S., Pivovarova-Ramich, O., Pfeiffer, A. F. H.: High-protein diet more effectively reduces hepaticfat than low-protein diet despite lower autophagy and FGF21 levels. Liver Inter. in press (E-pub ahead of print) (2020). [Open Access]<br \/>\n[<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1111\/liv.14596\" target=\"_new\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/doi.org\/10.1111\/liv.14596<\/a>]<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eiwei\u00dfreiche Di\u00e4t sch\u00fctzt vor Fettleber Die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung ist weltweit die h\u00e4ufigste chronische Lebererkrankung mit zum Teil lebensbedrohlichen Folgen. Eine eiwei\u00dfreiche, kalorienreduzierte Ern\u00e4hrung kann das sch\u00e4dliche Leberfett zum Schmelzen bringen \u2013 und zwar effektiver als eine eiwei\u00dfarme Kost. Welche molekularen und physiologischen Prozesse sich dahinter verbergen k\u00f6nnten, zeigt jetzt eine neue Studie. 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