{"id":4564,"date":"2021-07-27T13:24:01","date_gmt":"2021-07-27T13:24:01","guid":{"rendered":"https:\/\/berliner-leberring.de\/?p=4564"},"modified":"2021-07-27T13:24:01","modified_gmt":"2021-07-27T13:24:01","slug":"check-up-fuer-hepatitis-b-und-c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/berliner-leberring.de\/en\/check-up-fuer-hepatitis-b-und-c\/","title":{"rendered":"Check up f\u00fcr Hepatitis B und C"},"content":{"rendered":"<h1>Hepatitis-F\u00e4lle fr\u00fcher<br \/>\ndiagnostizieren<\/h1>\n<h2>Fachgesellschaft fordert Umsetzung des<br \/>\nHepatitis-Screenings f\u00fcr gesetzlich Versicherte<\/h2>\n<p>Im November 2020 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Aufnahme eines Screenings auf Hepatitis B und C in den Check-up ab 35 Jahren in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen beschlossen. Beide Virushepatitis-Erkrankungen sind hochansteckend und verlaufen h\u00e4ufig lange symptomlos. Daher ist es wichtig, die Erkrankung durch das Screening fr\u00fchzeitig zu erkennen, um eine Therapie einleiten zu k\u00f6nnen. Doch auch ein dreiviertel Jahr nach dem Beschluss k\u00f6nnten die Versicherten die Leistung noch nicht in Anspruch nehmen, so die <a href=\"https:\/\/www.dgvs.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) e.V.\u00a0<\/a> Die Fachgesellschaft dr\u00e4ngt deshalb anl\u00e4sslich des <a href=\"https:\/\/berliner-leberring.de\/welt-hepatitis-tag-am-28-juli-2021\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli<\/a> auf die zeitnahe Umsetzung des Screenings im Rahmen des Check-up 35 im klinischen Alltag.<\/p>\n<h3>Chronische Leber-Entz\u00fcndungen durch Hepatitis-B und C-Viren<\/h3>\n<p>Laut WHO leiden weltweit etwa 325 Millionen Menschen an einer chronischen Virus-Hepatitis. Deutschland z\u00e4hlt zwar zu den L\u00e4ndern mit einer eher niedrigen Rate an Infizierten, aber auch hier tragen bis zu einer halben Million Menschen das Hepatitis B oder C-Virus in sich. \u201eProblematisch bei Hepatitis B und C ist die hohe Dunkelziffer an unerkannt Infizierten. Beide Virus-Hepatitiden k\u00f6nnen ohne schwere Symptome verlaufen. Infizierte verbreiten so die Erkrankung, ohne es zu wissen\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Heiner Wedemeyer, Mediensprecher der DGVS.<\/p>\n<h3>WHO will Sterbef\u00e4lle durch Hepatitis B und C deutlich reduzieren<\/h3>\n<p>Die WHO hat sich zum Ziel gesetzt, die durch Hepatitis verursachten Sterbef\u00e4lle bis zum Jahr 2030 um 65 Prozent zu reduzieren und die Inzidenz um 90 Prozent zu senken. Auch Deutschland hat sich diesen Zielen verschrieben. \u201eUm dieses Ziel zu erreichen, ist es wichtig, alle Erkrankten zu erfassen und zu therapieren. Deutschland hinkt hier gegen\u00fcber anderen L\u00e4ndern deutlich hinterher. Der Beschluss des G-BA vom 20. November 2020 war daher ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg\u201c, so Wedemeyer weiter. Nach Ansicht des Experten k\u00f6nnten die Fallzahlen nur dann gesenkt werden, wenn gro\u00dffl\u00e4chig gescreent werde. \u201eEs ist wirklich gut, dass der G-BA das Screening auf Hepatitis B und C in den Check-up 35 aufgenommen hat. Jedoch muss jetzt auch die konkrete Umsetzung folgen\u201c,\u00a0 betont der DGVS-Experte. Bevor das Hepatitis-Screening in Anspruch genommen werden kann, muss der Beschluss dem Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit zur Pr\u00fcfung vorgelegt werden. Danach verhandeln \u00c4rzte und Krankenkassen die H\u00f6he der \u00e4rztlichen Verg\u00fctung und zuletzt wird die Abrechnungsziffer festgelegt.<\/p>\n<h3>Fr\u00fche Diagnose ist wichtig f\u00fcr den Behandlungserfolg<\/h3>\n<p>Wird eine Infektion mit Hepatitis B oder C fr\u00fch erkannt, ist eine Hepatitis B-Erkrankung sehr gut kontrollierbar und Hepatitis C sogar in fast allen F\u00e4llen komplett heilbar. Erfolgt eine Infektion bereits im fr\u00fchen Kindesalter, wenn beispielsweise die Mutter Hepatitis B positiv ist, verl\u00e4uft die Erkrankung in 90 Prozent der F\u00e4lle chronisch. Leberzirrhosen und Leberkrebs k\u00f6nnen dann die Folge sein. Hepatitis B und C treten vermehrt in bestimmten Risikogruppen auf. Dazu z\u00e4hlen unter anderem Personen, die aktuell oder in der Vergangenheit intraven\u00f6s Drogen konsumiert haben, homosexuelle M\u00e4nner, aber auch Migranten aus L\u00e4ndern, in denen die Infektionen weit verbreitet sind.<\/p>\n<h3>Gegen Hepatitis B gibt es eine Impfung<\/h3>\n<p>Hepatitis B und C sind Leberentz\u00fcndungen, die auf eine Infektion mit dem jeweiligen Hepatitisvirus zur\u00fcckgehen. Beide Infektionen sind in ihren Fr\u00fch- und Akutphasen hochansteckend und werden \u00fcber das Blut \u00fcbertragen. Hepatitis B kann zudem \u00fcber sexuelle Kontakte \u00fcbertragen werden, da f\u00fcr eine Infektion schon eine geringe Menge an Viren ausreicht und sich die Viren in allen K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten befinden. Daher geh\u00f6rt Hepatitis B auch zu den h\u00e4ufigsten Infektionskrankheiten weltweit. In Deutschland empfiehlt die St\u00e4ndige Impfkommission STIKO die Impfung gegen Hepatitis B seit 1995 f\u00fcr S\u00e4uglinge und f\u00fcr Erwachsene in Berufen mit einem erh\u00f6hten Infektionsrisiko. Diese Empfehlung wurde 2013 auf Menschen mit einem geschw\u00e4chten Immunsystem erweitert. F\u00fcr Hepatitis C gibt es bislang noch keine Schutzimpfung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hepatitis-F\u00e4lle fr\u00fcher diagnostizieren Fachgesellschaft fordert Umsetzung des Hepatitis-Screenings f\u00fcr gesetzlich Versicherte Im November 2020 hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Aufnahme eines Screenings auf Hepatitis B und C in den Check-up ab 35 Jahren in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen beschlossen. Beide Virushepatitis-Erkrankungen sind hochansteckend und verlaufen h\u00e4ufig lange symptomlos. 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