{"id":6113,"date":"2025-06-10T14:02:16","date_gmt":"2025-06-10T12:02:16","guid":{"rendered":"https:\/\/berliner-leberring.de\/?p=6113"},"modified":"2025-06-10T14:02:16","modified_gmt":"2025-06-10T12:02:16","slug":"reiseimpfungen-bei-autoimmunerkrankungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/berliner-leberring.de\/en\/reiseimpfungen-bei-autoimmunerkrankungen\/","title":{"rendered":"Reiseimpfungen bei Autoimmunerkrankungen"},"content":{"rendered":"<h3>Rechtzeitig vor dem Urlaub \u00fcber n\u00f6tige Impfungen informieren<\/h3>\n<p>Menschen, die an einer Autoimmunerkrankung leiden, haben ein erh\u00f6htes Infektionsrisiko. Daher wird ihnen ein m\u00f6glichst vollst\u00e4ndiger Impfschutz empfohlen. Aber nicht jede Impfung ist jederzeit geeignet f\u00fcr Betroffene, deren Immunsystem nicht nur durch die Grunderkrankung (z.B. eine autoimmune Lebererkrankung wie Autoimmunhepatitis, PBC oder PSC), sondern auch durch Medikamente \u00a0beeintr\u00e4chtigt ist, die das Immunsystem beeinflussen. Darauf weist das <a href=\"https:\/\/crm.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Centrum f\u00fcr Reisemedizin (CRM)<\/a> hin.<\/p>\n<p>Autoimmunerkrankungen haben in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, das ergab eine Auswertung des Zentralinstituts f\u00fcr die kassen\u00e4rztliche Versorgung in Deutschland (ZI). Demnach ist mindestens jede*r Zw\u00f6lfte von Erkrankungen wie\u00a0 Z\u00f6liakie, Autoimmunhepatitis oder einer rheumatischen Erkrankung betroffen. Autoimmunerkrankungen sind verbunden\u00a0 mit einer Dysbalance des Immunsystems, mit \u00fcbersteigerten Entz\u00fcndungsreaktionen und Angriffen gegen k\u00f6rpereigenes Gewebe. \u201eBereits diese immunologische Schieflage sorgt daf\u00fcr, dass die Betroffenen ein erh\u00f6htes Infektionsrisiko haben\u201c, betont Prof. Dr. Martina Prelog von der Kinderklinik und Poliklinik des Universit\u00e4tsklinikums W\u00fcrzburg. Auch die h\u00e4ufig notwendige immunmodulatorische Medikation setze die Immunfunktion herab, sodass das Infektionsrisiko im Vergleich zu Gesunden zwei- bis vier-mal h\u00f6her ist und teilweise auf das 20-Fache ansteigen kann.<\/p>\n<h3>Vorbeugen mit Impfungen<\/h3>\n<p>Ein umfassender Impfschutz ist daher bei Patientinnen und -patienten mit einer Autoimmunerkrankung besonders wichtig. Doch ist nicht jede Impfung zu jedem Zeitpunkt m\u00f6glich und sinnvoll. \u201eBei der Impfentscheidung gilt es, sowohl die Art und Aktivit\u00e4t der Grunderkrankung als auch m\u00f6gliche Begleiterkrankungen und die aktuelle Medikation zu ber\u00fccksichtigen\u201c, erl\u00e4utert Prof. Prelog. Idealerweise werde der Impfschutz noch vor Beginn einer immunmodulatorischen Therapie komplettiert. Wichtig seien dabei neben den Standardimpfungen auch die besonders f\u00fcr<br \/>\nRisikogruppen empfohlenen Impfungen, etwa gegen Pneumokokken, Influenza, RSV, COVID-19 und Herpes zoster.<\/p>\n<h3>Reisen fr\u00fchzeitig planen<\/h3>\n<p>Wer eine Reise plant, sollte an das erh\u00f6hte Infektionsrisiko in bestimmten Gebieten denken und die Frage nach eventuell n\u00f6tigen Impfungen fr\u00fchzeitig mit seinem Arzt besprechen.<\/p>\n<p><strong>(Fast) kein Problem: Totimpfstoffe<\/strong> Ob Reise- oder Standardimpfung: Meist handelt es sich dabei um Totimpfstoffe, die keine vermehrungsf\u00e4higen Krankheitserreger enthalten und deshalb auch f\u00fcr Menschen mit beeintr\u00e4chtigter Immunfunktion sicher sind. \u201eEine Impfung mit einem Totimpfstoff ist immer m\u00f6glich\u201c, versichert Prof. Prelog. Allerdings baue sich der Impfschutz unter Immunmodulation oftmals langsamer auf, bleibe gegebenenfalls geringer und halte k\u00fcrzer an. Je nach Medikation und Impfstoff werden daher zus\u00e4tzliche Impfdosen und\/oder eine \u00dcberpr\u00fcfung des Antik\u00f6rpertiters empfohlen.<\/p>\n<p><strong>Lebendimpfstoffe: Auf das Timing kommt es an<\/strong> Vermehrungsf\u00e4hige Impferreger sollten unter einer Medikation, die das Immunsystem beeinflusst, prinzipiell nicht verabreicht werden, da eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Vermehrung und Ausbreitung im K\u00f6rper nicht ausgeschlossen werden k\u00f6nnen, so eine Mitteilung des CRM. \u201eWenn m\u00f6glich sollten Lebendimpfungen daher immer vor Beginn der medikament\u00f6sen Therapie abgeschlossen sein\u201c, r\u00e4t Prelog. Wenn die Therapie aber schon begonnen habe, sollten Phasen mit niedrig dosierter Immunsuppression oder Einnahmepausen in stabilen Krankheitsphasen f\u00fcr die Impfungen genutzt werden.<\/p>\n<p><strong>L\u00e4nder mit Gelbfieberrisiko vermeiden <\/strong>F\u00fcr die meisten Reiseimpfungen gibt es einen Totimpfstoff als Alternative zum Lebendimpfstoff. Unter den in Deutschland empfohlenen Impfungen sind nur die Masern-Mumps-R\u00f6teln- und die Windpocken-Impfung ausschlie\u00dflich als Lebendimpfstoff verf\u00fcgbar. Bei den Reiseimpfungen gilt die Gelbfieber-Impfung als<br \/>\ngr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde \u2013 denn auch sie gibt es nur als Lebendimpfstoff, der zudem eine sehr hohe Replikationsf\u00e4higkeit aufweist und unter Immunsuppression kontraindiziert ist. Ausnahmen sind nur bei niedrig dosierter Medikation und strenger Nutzen-Risiko-Abw\u00e4gung m\u00f6glich. Menschen mit eingeschr\u00e4nkter Immunfunktion r\u00e4t Prelog daher, gut zu \u00fcberlegen, ob ihre Traumreise sie wirklich in ein Land mit hohem Gelbfieberrisiko f\u00fchren muss, selbst wenn man durch Verhaltensma\u00dfnahmen das Stechrisiko durch die Gelbfieber \u00fcbertragenden M\u00fccken vermindern kann.<\/p>\n<p><strong>Ausgew\u00e4hlte Reiseimpfungen und ihre Besonderheiten bei Autoimmunerkrankungen<\/strong><\/p>\n<p>\u2022 Gelbfieber: nur als Lebendimpfstoff mit hoher Replikationsaktivit\u00e4t verf\u00fcgbar. Bei Immunsuppression kontraindiziert, da die Gefahr einer schweren Erkrankung besteht. Ausnahmen nur bei niedrig dosierter Medikation und nach strenger Nutzen-Risiko-Abw\u00e4gung.<br \/>\n\u2022 Typhus, Cholera: Orale Lebendimpfstoffe sollten besonders bei Patienten mit chronisch-entz\u00fcndlichen Darmerkrankungen vermieden werden. Ausweichen auf Totimpfstoffe m\u00f6glich.<br \/>\n\u2022 Japan-B-Enzephalitis: hohes Erkrankungsrisiko f\u00fcr immunsupprimierte Patienten. Guter Schutz durch Totimpfstoff, der problemlos verabreicht werden kann.<br \/>\n\u2022 Hepatitis A: sicherer Totimpfstoff. Doppelte Impfdosis oder Wiederholungsimpfung nach 4 Wochen empfohlen, da die Wirksamkeit unter Immunsuppression herabgesetzt ist.<br \/>\n\u2022 Influenza: bei Reisen in die Tropen ganzj\u00e4hrig relevant. Totimpfstoff, der sicher angewendet werden kann.<br \/>\n\u2022 Tollwut, FSME: sichere Totimpfstoffe. Aufgrund herabgesetzter Wirksamkeit unter Immunsuppression werden jedoch zus\u00e4tzliche Impfdosen empfohlen.<\/p>\n<p><span style=\"font-family: verdana, geneva, sans-serif; font-size: 10pt;\">Quelle:<a href=\"https:\/\/crm.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> CRM Centrum f\u00fcr Reisemedizin<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rechtzeitig vor dem Urlaub \u00fcber n\u00f6tige Impfungen informieren Menschen, die an einer Autoimmunerkrankung leiden, haben ein erh\u00f6htes Infektionsrisiko. Daher wird ihnen ein m\u00f6glichst vollst\u00e4ndiger Impfschutz empfohlen. 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